Warum wusste ich früher nichts davon? Als Schüler des Pfinzing-Gymnasiums hätte es mich schon interessiert, dass meine Lehrer durchaus keine Kinder von Traurigkeit waren. Walter Plank zum Beispiel. Er kam als junger Kunsterzieher nach Hersbruck und genoss das gesellige Nacht- und Wirtshausleben des Städtchens, zum Beispiel im Jazzkeller unter dem Spitaltor, wo sich auch viele der damaligen Oberrealschüler trafen. Nicht weniger hätte es mich fasziniert, damals schon zu erfahren, dass der "Plankus" eine Künstlerklause auf dem Hohenstein hat, in die er sich regelmäßig zurückzieht. Dort entstehen seine Bilder, seltener in der Hersbrucker Wohnung oder im Atelier in Kühnhofen bei seiner Tochter Ute Scharrer. Dort oben, unterhalb der Burg, trafen wir uns zum zweiten Teil des Gesprächs, das in Kühnhofen begonnen hatte. Als er uns von sich erzählte, wurde mir klar, dass all das nie ein Geheimnis war, sondern dass ich ihn als Schüler nur danach hätte zu fragen brauchen.
Ich war auf einem Wandertag in der Unterstufe sogar mal dort, da standen ein paar leere Bierflaschen rum, was uns sehr belustigt hat, gleichzeitig aber auch eine Beziehung zu einem Mann aufgebaut haben, den wir später als Schülersprecher und erst recht aus heutiger Sicht als das Paradebeispiel des "guten" Lehrers sehen würden. An meinem Lehramtsstudium hatte das Erleben seiner Pädagogik einen wesentlichen Anteil.
herwig
Kommentiert von: herwig Danzer | 11. November 06 um 23:15 Uhr
Walter Plank hat es ja (laut Buch) hart getroffen, dass er in die Stadt mit dem Saumarkt versetzt wurde - ein harter Schritt, wenn man es gewohnt ist, mal eben so in der Pinakothek vorbeizuschauen. Inzwischen lebt er glaub ich sogar gut damit, dass eine seiner Töchter mit dem letzten Vollerwerbslandwirt von Kühnhofen verheiratet ist. Und trotzdem Künstlerin ist.
Thomas
Kommentiert von: Thomas Geiger | 12. November 06 um 16:45 Uhr